Maskenpflicht – Fehlt der Schutz in der Pflege?

Seit dem 27. April gibt es in ganz Deutschland die Pflicht Mund und Nase zumindest beim Einkaufen, in öffentlichen Verkehrsmitteln und auf Wochenmärkten zu bedecken. Während an vielen Stellen gerade medial wirksam Schutzmasken verteilt werden, mühen sich die Politiker um die „sanfte Definition“ von Mund-Nasen-Bedeckung. Es reichten „Community-Masken“. Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann betont: „Dabei ist ausdrücklich auch das Tragen eines Schals oder eines Tuches gemeint, sofern Mund und Nase vollständig bedeckt werden.“

Versorgungslage in Pflegeeinrichtungen weiter angespannt

Die Sorge ist groß, dass die Versorgung von Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen mit Schutzmasken noch schwieriger wird, als sie eh schon ist, wenn nun auch noch Millionen Menschen zum Bahnfahren professionelle Schutzmasken tragen. „Der millionenfache Einsatz darf aber nicht dazu führen, dass der bestehende Mangel in der stationären und ambulanten Pflege noch größer wird“, betont beispielsweise Nadya Klarmann, Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen.

Acht bis zwölf Milliarden Masken pro Jahr benötigt

„Wenn wir allen Menschen in Deutschland das Arbeiten, Einkaufen und Busfahren mit Mundschutz ermöglichen möchten, brauchen wir zwischen acht und zwölf Milliarden Masken pro Jahr“, sagte Wirtschaftsminister Peter Altmaier der Bild am Sonntag vor einigen Tagen. Sein Ziel sei es, einen Teil davon künftig in Deutschland zu produzieren. Soweit ist es allerdings noch nicht. Bist dahin, gibt es die Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase und eben nicht FFP2-Masken oder FFP3-Masken zu nutzen.

„Professionelle Atemschutzmasken sind nach wie vor Mangelware und sollten in erster Linie Pflegenden und anderem medizinischen Personal vorbehalten sein“, betont Klarmann. Sie und zahlreiche Politiker appellieren an die Bevölkerung auf Behelfsmasken, wie zum Beispiel selbstgenähte Baumwollmasken, zurückzugreifen.

Mehr zum Thema