Klarmann ist neue Präsidentin der Pflegekammer in Niedersachsen

15 von 24 gültigen Stimmen hat die Altenpflegerin Nadya Klarmann für sich verbuchen können – damit ist sie die neue Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen. „Die Kammer muss menschlicher werden und sich näher an den Mitgliedern bewegen. Gemeinsam mit unseren Mitgliedern möchten wir ausloten, wie wir die Arbeit besser gestalten können“, sagt die neue starke Frau der niedersächsischen Pflege und weiter: „Wir werden den Dialog mit unseren Mitgliedern fördern, Transparenz herstellen und der Kammer ein menschliches Gesicht geben.“ Es sei notwendig, schnell in eine fokussierte Arbeit zurückzukehren.

In den vergangenen Wochen hatten Vertreter der Regierungsfraktion von CDU und SPD offen den Rücktritt der bisherigen Präsidentin, Sandra Mehmecke gefordert. Dies und interne Unstimmigkeiten hatten letztlich zu einer außerordentlichen Kammerversammlung am Sonnabend geführt. Dabei wurde Nora Wehrstedt zur stellvertretenden Präsidentin. Diese hatte das Amt bereits von August 2018 bis Januar 2020 inne. Darüber hinaus wurden Felix Berkemeyer, Ulrike Mewing, Benjamin Schiller und Kerstin Stammel in den Vorstand gewählt. Sascha Sandhorst hat sein Mandat behalten.

Hintergrund

Die niedersächsischen Pflegekräfte hatten bisher ein eher ambivalentes Verhältnis zu ihrer Interessenvertretung. Massive Kritik an den Beiträgen, fehlerhafte Versendungen von Beitragsbescheiden und eine „eigenwillige“ Kommunikation führten zu Misstrauen zwischen den rund 90 000 Pflegefachkräften und der größten deutschen Pflegekammer. Sogar zu Demonstrationen der Pflegenden gegen die „Zwangsmitgliedschaft“ war es in den letzten Monaten gekommen.

Unabhängig vom Ausgang der Wahl sollen alle Pflegefachkräfte in Niedersachsen in einer Online-Befragung im März die Frage gestellt bekommen: „Wollen Sie grundsätzlich eine beitragsfreie Pflegekammer?“ Carola Reimann (SPD), Sozialministerin von Niedersachsen, erläutert: „Damit haben die Pflegekräfte selbst die Möglichkeit zu entscheiden, ob sie eine Kammer als Interessenvertretung akzeptieren – dieses Votum wird für uns bindend sein“, sagt Reimann.

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