Corona-Pandemie: Pflegekammern richten Meldestellen für freiwillige Pflegekräfte ein

Rund 120.000 bis 200.000 Pflegefachkräfte sind mutmaßlich in den vergangenen Jahren aus dem Pflegeberuf ausgeschieden. Deutschland sieht sich der Corona-Pandemie ausgesetzt. Freiwillige Pflegefachkräfte, die in der Krise unterstützen wollen, können sich bei den Pflegekammern registrieren lassen. „Diese stille Reserve könnte dazu beitragen, die Versorgung zu sichern und Leben zu retten“, sagt die niedersächsische Kammerpräsidentin Nadya Klarmann.

Drei regionale Meldestelle der Pflegekammern

In Niedersachsen können sich Freiwillige unter corona@pflegekammer-nds.de melden unter Angabe folgender Informationen: Name, Alter, Kontaktdaten (Telefon + E-Mail), Qualifikation, Weiterbildung und bevorzugter Einsatzort. Bei Bedarf werden die Daten den regionalen Krisenzentren zur Verfügung gestellt.  Die Pflegekammer weist ausdrücklich darauf hin, dass die Daten nicht für eine Registrierung als Pflegefachperson nach dem Pflegekammergesetz genutzt und auch nicht mit den vorliegenden Daten abgeglichen werden.

Die Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein hat ebenfalls eine derartige Meldestelle ins Leben gerufen. Ausgebildete Pflegefachkräfte, die aus dem Beruf ausgeschieden sind, können sich unter pool@pflegeberufekammer-sh.de melden.

In Rheinland-Pfalz ist die Meldestelle der Landespflegekammer unter corona@pflegekammer-rlp.de  erreichbar. Auch hier sind Name, Kontaktdaten (Mobil + E-Mail), Adresse, Art der pflegerischen Ausbildung und Erfahrung, bevorzugtes Einsatzgebiet anzugeben. Die Landespflegekammer weist explizit darauf hin, dass mit der Meldung keine Verpflichtung zu einem potenziellen Einsatz einhergeht.

Schnell-Kurse für Wiedereinsteiger

Darüber hinaus hat die Kammer eine Handlungsempfehlung für eine 16-stündige Kurz-Qualifizierung „Grundlagenwissen zu Beatmung und Symptomkontrolle bei Corona-Patienten“ und einen 16-stündigen Auffrischungskurs „Aktualisierung des vorhandenen Wissens in Bezug auf neue Geräte und der Besonderheit von Corona-Patienten“ für ehemalige Intensivpflegefachkräfte entworfen. Mit diesen Fortbildungen sollen die Pflegefachkräfte geschult werden, um zeitnah die fachweitergebildeten Intensivpflegefachkräfte in der Versorgung von COVID-19-Erkrankten unterstützen zu können. Die Kurz-Fortbildungen sind für die Teilnehmenden kostenlos.

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