Pflegeversicherung zahlt Schutzausrüstung

Kosten für Schutzausrüstung – Handschuhe, Atemmasken und auch zusätzliche Desinfektion für die Pflegekräfte werden als finanzielle Sonderausgaben von der Pflegeversicherung übernommen. Damit soll verhindert werden, dass den Einrichtungen zusätzliche Kosten durch die Corona-Pandemie entstehen.

Pflegekasse übernimmt auch zusätzliche Personalkosten

„Wir entlasten – organisatorisch und finanziell – so gut wir können, und stabilisieren so im Hintergrund die pflegerische Infrastruktur. Die Pflegeversicherung ist in der Lage, die coronabedingten Mehrkosten aufzufangen“, erläutert Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.

Ebenso würden die Pflegekräfte der Tagespflegeeinrichtungen weiterbezahlt werden, wenn die Einrichtungen schließen. In diesem Fall wird das Personal anderweitig eingesetzt, beispielsweise in Pflegeheimen. Kiefer betont: „Pflegerinnen und Pfleger arbeiten in Zeiten der Corona-Pandemie am Limit, um die Versorgung der Pflegebedürftigen sicherzustellen.“ Zusätzlich entstehende Personalkosten könnten der Pflegekasse in Rechnung gestellt werden.

Gernot Kiefer, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des GKV-Spitzenverbandes.

Er weist auf die von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn bereits vorgestellten Maßnahmen hin, die die organisatorischen Abläufe in den Einrichtungen und im ambulanten Bereich vereinfachen sollen. Darüber hinaus würden Verordnungen für die häusliche Krankenpflege auch noch nach 14 Tagen von den Kassen anerkannt.

Bien: „Mangel an Schutzausrüstung wird zu zentraler Herausforderung“

Währenddessen sagt Dieter Bien, Vorsitzende des Bundesverbandes kommunaler Senioren- und Behinderteneinrichtungen (BKSB): „Wir fordern die Bundesregierung aber auch die Landesregierungen auf, bei ihren jeweiligen Rettungsaktionen – seien es finanzielle Ausgleichsmaßnahmen oder die evtl. Verteilung von Schutzausrüstungen – die Pflegeheime gleichauf mit den Kliniken zu berücksichtigen!“ Neben dem Personalmangel wird nun die Gefahr des Mangels an persönlicher Schutzausrüstung zu einer zentralen Herausforderung für die Pflegeeinrichtungen. Die meisten Bestandsmeldungen zu Einmalschutzkitteln, Mund-Nasen-Schutz, Einmalhandschuhen, FFP2 Masken usw. sowie zu Desinfektionsmitteln entsprechen zwar den Pandemieplänen, reichten aber im Pandemiefall nur für 4 bis 6 Tage aus.