Stiftungsallianz fordert 30.000 Studienplätze für die Pflege

Pro Jahr müssten für die Pflege 10 000 Studienplätze zur Verfügung stehen. Bei einer durchschnittlichen Studienzeit von drei Jahren seien das 30 000 Plätze. Dies ist eine der zentralen Forderungen der Stiftungsallianz bestehend aus Robert Bosch Stiftung, Bertelsmann Stiftung und Stiftung Münch. Die Stiftungsallianz warnt in ihrem jüngst veröffentlichten Positionspapier „Pflege kann mehr!“ vor dem Absenken der Bildungsstandards und rät zu mehr Professionalisierung. Auf diese Weise solle dem Fachkräftemangel nachhaltig begegnet werden. Pflege solle mehr Verantwortung tragen können und beispielsweise ärztliche Aufgaben übernehmen. Damit werde die Pflege aufgewertet.

Pflege im Ausland bereits häufig an Hochschulen

In Großbritannien, Schweden und Kanada erfolgt die Pflegeausbildung überwiegend an Hochschulen. Auch in Deutschland empfahl der Wissenschaftsrat bereits 2012 langfristig 10 bis 20 Prozent eines Ausbildungsjahres eines Gesundheitsberufs akademisch zu qualifizieren. Das nahm die Stiftungsallianz nun auf und unterfütterte es mit Zahlen.

„Deutschland leistet sich eine sehr gute Breitenmedizin, eine wettbewerbsfähige Spitzenmedizin und zugleich einen Dauerpflegenotstand. Um die Pflege in der Fläche zu sichern, müssen wir zusätzlich für Spitzenpflege sorgen. Nur wenn die Attraktivität des Berufsbildes steigt, werden wir langfristig genügend Personal gewinnen können“, sagt Dr. Bernadette Klapper, Leiterin des Bereichs Gesundheit der Robert Bosch Stiftung.

Die Pflege soll mitreden dürfen

Außerdem raten die Mitglieder zu mehr Selbstverwaltung der Pflege. „Dort, wo es um Entscheidungen geht, die Auswirkungen auf die pflegerische Versorgung haben, muss auch die professionelle Pflege mit am Tisch sitzen“, sagt Uwe Schwenk von der Bertelsmann Stiftung. Die bestehenden Pflegekammern in drei Bundesländern böten dafür schon eine gute Möglichkeit.

Das Positionspapier der Stiftungsallianz finden Sie hier

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